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dieter ilg bei act

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B-A-C-H


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ACT 9844-2

dieter ilg

B-A-C-H

dieter ilg, deutschlands weltklassebassist, im trio mit rainer böhm (p) und patrice heral (dr)

Dieter Ilg – B-A-C-H – trio – mit Rainer Böhm und Patrice Héral

Dieter Ilg darf man zu den wichtigsten Jazzbassisten der Welt rechnen. Nicht nur als begnadeter Spieler, der mit Randy Brecker, Charlie Mariano und dem Mangelsdorff/Dauner Quintett arbeitete sowie aktuell ein Duo mit Till Brönner bildet, sondern vor allem, weil er mit den eigenen Projekten seine klassischen Wurzeln so schlüssig erforscht und in den Jazz überführt wie kein anderer. 2009 stellte Ilg dafür ein Trio mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem Schlagzeuger Patrice Héral zusammen, um sich den lange gehegten Wunsch zu erfüllen, Giuseppe Verdis „Otello“ nach seinen musikalischen Vorstellungen neu zu formen.

Im Gegensatz zur mechanistischen Methode des „Third Stream“ in den Sechziger/Siebzigerjahren oder den zumeist auf Swing oder Pop getrimmten Adaptionen jüngeren Datums war das Ergebnis eine Publikum wie Kritik begeisternde, weil völlig ungezwungen und schlüssig klingende Kombination klassischer Melodien und Strukturen mit Rhythmik, Harmonik und dem freien Geist des Jazz. Mit dem Erfolgsrezept aus sorgfältiger Vorbereitung, kreativer Vision und dem inzwischen blind aufeinander eingespielten Trio wagte sich Ilg danach an Richard Wagners „Parsifal“ und spielte „Mein Beethoven“ ein. Für alle drei Projekte bekam er den ECHO Jazz, aus dem Chor der begeisterten Rezensenten sei stellvertretend die Süddeutsche Zeitung zitiert, die befand, Ilg habe „den ach so schweren Beethoven zum Singen und Swingen gebracht wie niemand vor ihm.“

Nun geht es mit „B-A-C-H“ weiter. Johann Sebastian Bach also steht in Ilgs Fokus, jener Barockkomponist, der mit seiner gewaltigen Schöpferkraft nicht nur den Fortlauf der abendländischen Kunstmusik entscheidend beeinflusste, sondern – insbesondere durch die Adaptionen eines Jacques Loussier – auch der Ausgangspunkt für die Wiederentdeckung der Klassik durch den Jazz war. Doch während für viele Jazzmusiker Bach die erste Station ihrer Klassikerkundungen ist, kommt er bei Dieter Ilg nun relativ spät an die Reihe: „Vielleicht, weil ich den Gaul gerne von hinten aufzäume“, sagt er. Bach sei, auch wenn das viele dächten, nicht leichter zu bearbeiten als etwa Beethoven: „Es ist einfach nur eine andere Herangehensweise, die immer auf dem fußt, was man bei den früheren Bearbeitungen entwickelt hat.“

Aufgewachsen in einer Amateur-Musikerfamilie mit klassischer Musik lernte Ilg die Musik Bachs freilich schon ganz früh kennen, mit Geigen-Übungen oder vielen Messen, die er als Bub in Kirchen spielte: „Es ist der praktische Hintergrund eines in Deutschland aufgewachsenen, durch Schul- und Musikschulunterricht gestählten Mannes“, sagt Ilg schmunzelnd. Seine Kenntnisse verfeinerte er später an der Musikhochschule Freiburg, wo er eine klassische Kontrabassausbildung abschloss. Eine besondere Vorliebe entwickelte Ilg für die von Pablo Casals gespielten Cello- Suiten und „eine Zeit lang“ für die Goldberg-Variationen von Glenn Gould. „Manchmal kann einen diese mathematische Genialität Bachs aber auch abschrecken, mir ging es jedenfalls mitunter so“, erzählt er offen. Bei „B-A-C-H“ überrascht und überzeugt daher genau dieses Schweben, dieses Schwelgen in der Schönheit von Bachs Melodien, das aus der „reinen“ Struktur plötzlich musikalische Geschichten herauslöst. Der Jazzmusiker Ilg suchte den Schulterschluss mit Bach genau an dem Punkt, an dem die Kompositionen selbst die Möglichkeit der Veränderung, der Improvisation nahelegen. Dann griff die bewährte Methode: Nach eingehender Beschäftigung und gezieltem Hören suchte Ilg das Repertoire aus dem gewaltigen Werk aus, schrieb die Leadsheets, und dann ging es ins Zusammenspiel, bei dem jeder der drei seine Ideen mit einbrachte. „Jeder von uns hat eine hohe Risikobereitschaft, kann aber den anderen völlig vertrauen, das ist musikalisch wie menschlich extrem bedeutend,“ beschreibt Ilg diese hörbare Gruppendynamik.

Dass Ilg sich nicht mit dem Erwartbaren begnügt, zeigen auch die ausgewählten Vorlagen für seine Bach- Variationen: Mit „Air“ und „Siciliano“ landeten nur zwei der „Hits“ auf dem Album. Stattdessen vier der Goldberg- Variationen und zwei der kleinen Präludien aus dem Büchlein für Friedemann Bach, „die jeder Klavierschüler kennt und auch mit das erste waren, das ich am Klavier gespielt habe. Das bleibt eben haften“, sagt Ilg. Während des Hörens angesprungen haben ihn das Cembalokonzert BWV 1052 oder die „Sarabande“, die „einfach ideal dafür war, einen Song daraus zu machen.“ Und so findet nun das filigrane Schlagzeug von Héral wie von selbst seinen Weg, während sich Ilg und Böhm solo oder unisono, aber stets gleichberechtigt der Melodien, Harmonien und rhythmischen Strukturen annehmen und sie spontan neu formulieren. Wieder lässt Ilg also die Musik eines alten Meisters taufrisch erklingen. Tiefgründig und zugleich zugänglich, und weit entfernt von jeder „Crossover“-Schublade.

Pressezitate

mein beethoven


Mein Beethoven

ACT 9582-2

dieter ilg

mein beethoven

dieter ilg, deutschlands weltklassebassist, im trio mit rainer böhm (p) und patrice heral (dr)

Dieter Ilg – Mein Beethoven – trio – mit Rainer Böhm und Patrice Héral

„Ein Hörgenuss nicht nur für eingefleischte Jazzfans, sondern für alle, die Musik lieben.“ (Thomas Quasthoff)

„Mein Beethoven“ ist die logische Folge: Klang doch Dieter Ilgs letztes Album „Parsifal“ – seine kammerjazzige Interpretation von Richard Wagners Bühnen-Weihfestspiel, die das Magazin Focus einen „Höhepunkt im Richard-Wagner-Jahr 2013“ nannte – mit dem hingehauchten Thema aus Beethovens Neunter („Freude schöner Götterfunken“) aus. „Sehnsucht“ nannte Ilg, der „zu den besten Jazzbassisten unserer Zeit gehört“ (Fono Forum), seine Version. Jetzt hat er seine Sehnsucht gestillt, und mit „Mein Beethoven“ ein ganzes Album eingespielt, das sich dem Olympier der deutschen Klassik, dem klassischsten unserer Komponisten, dem einstigen „Superstar der Musikmetropole Wien“ widmet: Ludwig van Beethoven.

Logisch erscheint diese Wahl nicht nur aus dem Zusammenhang mit dem Vorgänger-Album, sondern auch mit dem Blick auf die gesamte Karriere Ilgs, der nicht nur als Bassist, sondern auch als Bandleader immer wieder Maßstäbe setzt: Er hat sich seinen Rang als Partner von Randy Brecker, Nguyên Lê, Dave Liebman, Albert Mangelsdorff, Dhafer Youssef, Rebekka Bakken, Nils Landgren oder Charlie Mariano und aktuell als Duopartner von Till Brönner sowie im Jazz-Ensemble des Star- Baritons Thomas Quasthoff erarbeitet. Mit seinen eigenen Projekten erforschte er seine persönlichen in der europäischen Musiktradition liegenden kulturellen Wurzeln. Schon 1992 war er beim bahnbrechenden Flamenco-Jazz-Experiment „Jazzpaña“ dabei, dem Grammy nominierten ersten ACT-Album überhaupt. Von 1997 an bearbeitete er mit Wolfgang Muthspiel und Steve Argüelles Volkslieder. 2009 erfüllte er sich im seither bestehenden Trio mit Rainer Böhm und Patrice Héral den lange gehegten Wunsch, Guiseppe Verdis „Otello“ auf seine jazzigen Möglichkeiten abzuklopfen. Ein Glanzstück improvisatorischer Kunstmusik, für das er den ECHO Jazz als „bester Bassist national“ erhielt. Die „Live auf Schloss Elmau“ eingespielte Fassung war der Startschuss für Ilgs Zusammenarbeit mit ACT. Worauf das Wagner-Wagnis „Parsifal“ folgte, „ein kammermusikalisches, akustisches Jazz-Opus“ (Spiegel Online), für das er 2014 zum zweiten Mal den ECHO Jazz in Empfang nehmen konnte.

Nach Verdi und Wagner demonstriert Ilg mit „Mein Beethoven“ abermals, dass es bei ihm nicht vordergründig um effektvollen „Jazz goes Klassik“- Crossover geht, sondern darum, sich die Vorlagen mit Eigensinn, zu eigen zu machen: „Ich möchte in der Tradition Beethovens dessen musikalischen Ausdruck individuell in die Neuzeit transportieren“ gibt Ilg die Motivation für das Album vor. Anknüpfungspunkte für dieses Unterfangen gibt es viele:

„Beethoven wurde zuerst bekannt als Pianist, insbesondere aufgrund seiner großen Leidenschaft für das Improvisieren. Immer auf der Suche nach der Optimierung, nach der Weiterentwicklung von Musik, Form und Perfektion. Seine Werke sind Meilensteine revolutionärer Machart. Geniale Vorlagen, um auch im 21. Jahrhundert damit zu spielen. Um sich mit Lust, Phantasie und Gestaltungswillen einem großen Improvisator der Vergangenheit und der Musikgeschichte Europas zu nähern“ sagt Ilg über das Objekt seiner jüngsten Begierde.

Und er lässt den Worten Taten folgen: Schon zum Einstieg wird aus dem Titelsatz der Klaviersonate Nr. 15 Pastorale ein feurig groovender Jazzsong, über dessen jubilierender Melodie sich alle drei Instrumente solistisch austoben können. Gerade die Klaviersonaten, von der Pathetique über die Sturm- und die Hammerklavier- bis zur Mondscheinsonate, dienen Ilg und seinen Mitstreitern mit ihren Formbrüchen und ihrem technischen Anspruch als perfekte Vorlage, ihrerseits den ganzen Kanon der Errungenschaften des modernen Jazz an rhythmischen, harmonischen und dynamischen Wechseln auszupacken. Aber auch die Streichquartette mit ihren faszinierenden Ecken und Kanten sind Inspirationsquelle für eine – von allen Adaptionen vielleicht am „klassischsten“ klingende – radikale Suche nach dem Klang. Zwei Irische Lieder schließlich („Return To Ulster“ und „Soldier’s Dream“) spiegeln auf ganz eigene Weise und gleich doppelt das Potential und die Bedeutung der Volksmusik und ihrer Farben – schon für die Klassik und seit gut 30 Jahren für den europäischen Jazz.

Bleibt noch die Freude, dieser schöne Götterfunken aus der 9. Sinfonie, nicht ohne Grund zur Hymne der Europäischen Union erkoren. Wie schon auf „Parsifal“ erklingt sie hier als minimalistische, leise swingende „Ode“ und demonstriert Ilgs unbestechlichen Blick für das Wesentliche, seine Meisterschaft, das Monumentale sinnlich und menschlich zu machen. Wie im Brennspiegel zeigt sich hier auch die besondere Qualität dieses perfekt harmonierenden Trios. Es ist nicht nur Ilgs singender, groovender und alle Nuancen auskostender Bass, der seine Beethoven-Arrangements zu einem Genuss macht. Es ist auch Reiner Böhms perlender Anschlagzauber, seine pianistische Größe, einige der schönsten Melodien der Musikgeschichte respektvoll zu umspielen. Und Patrice Hérals Fähigkeit, durch sein federndes Schlagzeugspiel mit stets passenden Fills und Variationen orchestralen Glanz zu unterlegen.

So gilt erneut, was die Badische Zeitung zu Ilgs Wagner Bearbeitungen schrieb: „Ist das Jazz? Oder nicht vielmehr einfach nur wundervolle Musik, berückend, strömend, träumend, verdichtend, singend, erzählend, groovend.“ Eine Synthese, die Ilgs „Mein Beethoven“ zu unserem Beethoven machen wird.

Ilg, Böhm und Heral klingen denn vorallem extrem konzentriert auf den gemeinsamen Klang – lange wirkte kein Trio mehr derart intensiv miteinander verstrickt wie gerade dieses.
NDR-KULTURTIPPS

Dieter Ilg und sein Trio sind Weltklasse.
GITARRE&BASS

Frei von Kitsch und Pathos nähert sich das Trio innig, spielfreudig und virtuos Beethovens Œuvre. Die wohlbekannten Werke erschließen sich komplett neu. Ilgs Trio liefert ein perfektes Beispiel für bereichernde Adaptionen. Daher Vorsicht: Dieser Beethoven macht süchtig.
JPC 2015, Platz 1 JazzCharts

Mein Beethoven. Bislang konkurrenzlos … wundervolle Musik … : berückend, träumend, erzählend, groovend.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 2015

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parsifal

Dieter Ilg Trio Parsifal

ACT 9544-2

dieter ilg

parsifal

dieter ilg, deutschlands weltklassebassist, im trio mit rainer böhm (p) und patrice heral (dr)

Jazz und Klassik. Dieter Ilg kennt beide Welten. Obwohl er mit 16 Jahren den Entschluss fasste, Jazzbassist zu werden, studierte er klassischen Kontrabass an der Musikhochschule Freiburg. Auch der umfassenden Musikgeschichte wegen.
Und es hat nicht erst des 200. Geburtstages von Richard Wagner bedurft, um den Bassisten – der seit vielen Jahren zu den führenden Jazzbassisten Europas gezählt wird – auf den gewaltigsten, monströsesten, in jedem Fall deutschesten Opernkomponisten zu stoßen. Schließlich befasst sich Ilg –
damit dem Trend vorangehend, wie einige von der Klassik inspirierte Projekte in jüngster Zeit belegen – im Trio mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem Schlagzeuger Patrice Héral seit Jahren mit Wagners Zeitgenossen und italienischem Pendant Guiseppe Verdi, dessen 200. Geburtstag ebenfalls 2013 gefeiert wird. Schon mit seiner subtilen und einzigartigen Bearbeitung der berühmten Verdi-Oper riss Ilg mit der Studioaufnahme „Otello“ als auch mit der ACT-Liveversion „Otello live at Schloss Elmau“ Kritik und Publikum zu Elogen hin: „Lange wirkte kein Trio mehr derart intensiv miteinander verstrickt wie gerade dieses“, befand der NDR, „Ilg, Böhm und Héral stehen spätestens jetzt exemplarisch für eine Kultur des barrierelosen Musizierens,“ urteilte Jazzthing. Norwegens Fachmagazin Jazznytt resümierte in seiner CD-Kritik mit einem Wort: „Beautiful“. Und dementsprechend ehrte man den Kontrabassisten mit dem Echo Jazz 2011.

Es war also kein großer Schritt von Verdi zu Wagner, speziell zu dessen letzter Oper, dem Bühnenweihfestspiel „Parsifal“, das nun auch Ilgs neuem ACT-Album den Namen gibt. „Es
sind einige Überlappungspunkte vorhanden“, erläutert Ilg: „Die Eingangsmelodie im Vorspiel bei Wagners Parsifal ähnelt dem berühmten Kontrabasssolo gegen Ende von Verdis Otello.
Ebenfalls vollendete Wagner viele Teile der Parsifal-Kompositionen auf seinen Reisen ins Land Verdis bevor er in Venedig starb.“

Ilgs Beschäftigung in der Vergangenheit mit vorwiegend deutschen und europäischen Volksliedmelodien ließ ihn auf Wolfram von Eschenbach stoßen. Von ihm stammt das Epos „Parzival“ aus dem ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhundert, welches für Wagner faszinierende Inspiration war. Nicht zuletzt geht es hier um Weltreligionen, um Missverständnis und Irritation, um Verständigung und Erlösung – Themen, die bekanntlich seit Wagner nicht aus der Mode gekommen sind und auch Ilg ansprechen.
Somit unterliegt der Bassist nicht dem Zwang, das Rad neu erfinden zu müssen. Den Weg jedoch, auf dem das Rad rollt, wählt er gerne selbst.

Auf „Parsifal“ gelingt Dieter Ilg eine verblüffend logische, kammermusikalische Umdeutung des opulenten Materials. „Das Monumentale wird sinnlich, das Sinnliche monumental“, beschreibt er es selbst und beweist in jedem einzelnen Stück mit beeindruckender Virtuosität und stilistischer Variabilität seine unendlich scheinende Gestaltungskraft: Der Titel des Eingangsstückes „Zum Raum wird hier die Zeit“ gibt den Tenor des Albums vor – ein intensives, spannungsgeladenes und virtuoses Spiel mit den Gegensätzen. Das bombastische „Parsifal“-Motiv wechselt zwischen Dur – und Moll – Tönung und wird aufregend, gekonnt offen interpretiert; Hymnisches wird ins Spielerische aufgelöst; der „Klageruf“ klingt weniger klagend als fordernd und mächtig, der „Zaubergarten“ verzaubert nahezu schwebend, mit leichter Melancholie; Wagners programmatisches „Ich bin ein reiner Tor“ wird mit treibendem Groove kompakt verdichtet und türmt sich dramatisch auf. Und es genügt zu hören, wie das eindrückliche Thema des „Amfortas“ eingeführt, variiert, umspielt und dynamisiert wird, um zu erkennen, dass dieses Trio die unerschöpflichen musikalischen Möglichkeiten der Klassik für den Jazz erkennt und ausreizt wie kein anderes.

Ganz unverkopft und freimütig ist Ilg an seinen „Parsifal“ herangegangen. Es gab kaum strikte Vorgaben für seine Begleiter. „Wir folgen unserer Intuition und genießen dabei das Potential des Entstehens aus dem Moment “ erklärt der Bassist, „die individuellen Fähigkeiten der Musizierenden wirken so am stärksten“. Rainer Böhm meistert die situative Herausforderung wieder einmal umwerfend und mit grandioser Tollkühnheit, desgleichen der französische Schlagzeuger Patrice Héral, der sich erneut so melodisch und feinsinnig einfügt, wie das nur wenige seines Fachs beherrschen.

„Parsifal“ ist definitiv ein weiteres Improvisations-Meisterwerk geworden, das überraschenderweise mit einem anderen berühmten deutschen Komponisten endet: mit einer fast hingehauchten Version von Beethovens „Freude schöner Götterfunken“. Wagner gilt als leidenschaftlicher Bewunderer Beethovens. Nicht zuletzt geht es in seinem Spätwerk um die Suche nach Frieden, dem inneren wie äußeren“, erzählt Ilg. „ Ich wäre glücklich, wenn sich auch beim Publikum meines Parsifals am Ende dieser Seelenfrieden einstellen würde.“

Der auf dem Bass tanzt…….Was Musik doch alles kann ! Eine tiefe Verbeugung einmal mehr. BADISCHE ZEITUNG / November 2013

Jedes der Parsifal-Stücke ist so aufgebaut, dass man meint, einem ganzen Flusslauf zu folgen. Da gibt es stille Seitenarme, durchsichtig klare Gewässer, kleine Wirbel und Stromschnellen, glitzernde Schönheit im Gegenlicht der sich überlagernden Harmonien – bis es wieder schäumt und tost. REUTLINGER GEA / November 2013

Drei Musiker, die zu einer Einheit und Gleichrangigkeit fanden, wie man sie nur selten in einem Jazztrio wiederfindet. Wer wollte, konnte einfach nur träumen und genießen oder sich von diesem subtilen Kammerjazz geistig erfrischen lassen. Großer Beifall. NEUE WESTFÄLISCHE / Oktober 2013

Dieter Ilg trio Otello live at Schloss Elmau

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otello live

Dieter Ilg trio Otello live at Schloss Elmau

ACT 9522-2

dieter ilg

otello live

dieter ilg, deutschlands weltklassebassist, im trio mit rainer böhm (p) und patrice heral (dr)

IV. Akt von Giuseppe Verdis Oper „Otello“, das Geschehen kulminiert: Der schwarze Admiral geht rasend vor Eifersucht daran, seine Gattin Desdemona zu meucheln. Verdi hat hier einen genialen musikalischen Einfall: Ein dräuendes Bass-Motiv, das durch Mark und Bein geht. Eine Stelle, die seither für Bassisten zu den Höhepunkten der klassischen Literatur gehört. Auch Dieter Ilg entdeckte diese Passage früh und seither beginnt er seine täglichen Übungen damit: „Otello ist eine Inspiration“, erzählt er, „ein ständiger Entstehungs- und Entwicklungsprozess. Schauen wir uns die harmonischen Wendungen Verdis an, die speziell im modernen Jazz wieder auftauchen, nur in einem anderen Gewand. Musterbeispiele des Brückenschlagens. Ebenso bedeutsam ist das dramatische Moment dieser Musik, das sich wie die lyrischen Anteile durch individuelle Interpretationen und Improvisationen wunderbar gestalten lässt.“ Gemeinsam mit dem Pianisten Rainer Böhm und dem französischen Schlagzeuger Patrice Heral lässt Ilg seine alte Liebe Verdi neu ertönen. Zwei ideale Begleiter, die perfekt zu Ilgs singendem Bass passen. Das Trio zeichnet sich durch eine überzeugende Ökonomie der Mittel aus, hat die Bedeutung von Pausen und die Kraft der Ruhe erkannt. Und setzt dies spieltechnisch genial um, wie man zum Beispiel an dem zart hingetupften „Ave Maria“ oder – gewissermaßen das andere Ende der Skala – am schwer groovenden berühmten Feuerchor „Fuoco di gioia“ erkennen kann. So überzeugt war Ilg von seinem Otello-Projekt, dass er eine Studioproduktion davon im März 2010 auf seinem eigenen Label Fullfat veröffentlichte. Prompt erhielt er dafür den Echo Jazz 2011 als bester Bassist national. In der Zwischenzeit, nach zahlreichen Konzerten ist das Trio eingespielter denn je. Zudem erweiterte Ilg das Repertoire – Gründe genug, um das ausgereifte Live-Programm bei einem Konzert auf Schloss Elmau festzuhalten: „Es sind fünf neue Arienbearbeitungen dabei, die anderen sind nach zwei Jahren aktivem Spielen verändert. Außerdem beeinflusst der Ort und die Wechselwirkung mit dem Publikum die Musik stärker als man denkt.“ Und so ist „Otello live at Schloss Elmau“ alles andere als Zweitverwertung, sondern eine beeindruckend eigenständige Variation von Ilgs Otello-Bearbeitungen. Man darf wohl sagen, dass Schloss Elmau als Katalysator für ein Meisterwerk diente – eines, das für Ilg die ganz persönliche Krönung seiner Verdi-Leidenschaft bedeutet, und für alle anderen eine spannende musikalische Grenzüberschreitung zwischen Klassik und Jazz.

Bei Dieter Ilgs „Otello“ hört man, dass in Verdi vieles von dem drinsteckt, was später zu Jazz wurde und was Jazz bis heute ausmacht. Es wurde Zeit, dass Jazzmusiker ihr Ureigenes im scheinbar Fremden entdecken: „Wir streicheln Giuseppe Verdis Musik mit unseren Instrumenten“, sagt Dieter Ilg, bekannt als ein Gourmet des Gaumens wie des Ohrs, der einen geradezu arioso singenden Kontrabass zupft. „Diese Musik ist so wunderbar melodisch. Sie ist aufregend und dann wieder beruhigend, sie ist besänftigend und gleichzeitig aufwühlend.“ In Rainer Böhm hat das Trio einen Pianisten, der alle diese verschiedenen Facetten zum Aufglänzen bringt – mal mit sparsamer Geste, mal mit schwelgerischer Fantasie. Das Ergebnis sind Konzentrate aus Leidenschaft und Spannung. Und genau diese verdichtete Emotion ist es, die Verdi und Jazz verbindet: „Das Wichtigste an Otello“, sagt Dieter Ilg, „ist für mich das dramatische Moment der Musik.“ Hans-Jürgen Schaal